5. October 2006
die farbe des tages war grün
es ist eigentlich eher ungewöhnlich für einen 15 jährigen schüler, unter der woche abends ins kino zu gehen, außerhalb der ferien, wenn am nächsten tag schule ist. noch ungewöhnlicher ist es, wenn 6 schüler unter der woche abends ins kino gehn. aber wenn man mal fragt “wer geht mit?” dann sagt halt auch jeder “ich”. und wenn dann noch jeder darf ist die sache ja auch geritzt. ist ja kein problem, freut ja jeden. und wenn die hälfte den einen film, der läuft, schon gesehen hat, und einige sich auch für den anderen interessieren, den noch niemand geschaut hat, dann entscheidet man sich halt für den. und geht in den film, der vom elften tag des neunten monats im zweiten jahr des dritten jahrtausends handelt. kurz gesagt: september 11, 2001. world trade center.
der film war .. ich kann nicht sagen gut oder schlecht. das ist relativ schwer, bei solchen filmen. wenn man ihn gesehen hat, dann ist man zwar froh, dass man drin war, da man dann besser bescheid weiß, von manchen dingen denkt man aber auch, es wäre besser, man hätte es nicht gesehen. aber wozu die augen verschließen? es passiert(e) ja sowieso, ob wir’s sehen oder nicht, das ändert nichts an der tatsache, dass es so war - pure ignoranz bringt also nichts. und wenn man sich für das thema interessiert. warum nicht auch in den film gehen? der film ist kein propaganda und auch kein “anti fuck bush”-film. es ist ein film aus der sicht zweier polizisten, die ihr leben lassen wollen, um andere zu retten - obwohl sie niemanden retten können werden sie verschüttet, aber sie überleben und werden nach “einer ewigkeit” gerettet. und selbst wenn die zwei hauptpersonen überleben. der üble nachgeschmack bleibt.
wenn man in einem film sieht “basierend auf einer wahren geschichte”, und man diese geschichte nicht kannte, dann denkt man “wow”, aber man denkt trotzdem wenn man etwas davon hört zunächst an den film. bei world trade center musste man das nicht erwähnen. ein kinofilm, von dessen inhalt die ganze welt weiß. jeder. jeder hat es mitbekommen oder später erzählt bekommen. man braucht kein “basierend auf einer wahren geschichte” am ende. die bilder reichen. ich war bisher in keinem einzigen kinofilm oder habe mir eine dvd angeschaut, bei der jeder, aber absolut jeder den abspann komplett angeschaut hat. ok, es waren grob geschätzt 15 leute im kino. aber bisher stand immer mindestens einer auf. bei world trade center war das nicht so. wenns sowas wie brandblasen für gänsehaut geben würde, dann hätte ich das jetzt wohl ..
schaut euch den film an, wenn ich euer interesse geweckt habe. aber eins sei gesagt: der film ist nichts für schwache nerven. world trade center ist einer der wenigen filme mit einem traurigen happy end. eine happy end ohne happy. aber auch keine ende. der anfang einer neuen zeit. weiterleben. danach. damit umgehen, verstehen. nicht vergessen. und leben.



6. October 2006 um 14:59
schöner bericht
10. October 2006 um 21:21
werd mir den film nicht anschaun (aber nicht wegem deinem bericht)! finds nämlich sch****, dass die damit kohle machen wollen oder kommt das geld irgendwie den opfern/betroffenen zugute? ich denke nicht!